Erschwerter Grenzverkehr in den 20er Jahren

Ausweise erzählen die Geschichte der Grenze

Nach dem Kriegsende 1918 blieb die Grenze bis auf weiteres geschlossen. Nur wenige Personen durften aus wichtigen Gründen die Grenze passieren. Dies war besonders bedauerlich für die vielen Grenzbewohner, die Verwandte und Freunde im Nachbarland hatten.

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Im grenznahen Verkehr gab es in den 1920er-Jahren sogenannte Tagesausweise, mit denen man das Nachbarland betreten konnte. Sie galten aber nur von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang und man durfte im Nachbarland nicht übernachten. Auch der Zielort und die Route waren genau vorgeschrieben.

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Eine besondere Berufsgruppe an der Grenze waren die deutschen Eisenbahner, die bei der Niederländischen Staatsbahn auf der grenzüberschreitenden Strecke Salzbergen-Almelo beschäftigt waren. Diese Strecke gehörte bis 1924 zur holländischen Eisenbahnnetz und in Gildehaus, Bentheim, Schüttorf und Salzbergen gehörten die Bahnhöfe zur Niederländischen Eisenbahn.

Diese Deutschen bei der Niederländischen Bahn konnten an der Grenze nicht einfach aussteigen und erhielten daher besondere Ausweise.

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Da sie ihren Lohn in holländischer Währung ausgezahlt bekamen, waren sie in Inflationszeit nicht nur die Könige ihrer Heimatorte, sondern konnten mit ihren Devisen auch in den Niederlanden einkaufen. Um Schmuggel zu unterbinden, waren diese Einkäufe aber genau geregelt. Die Eisenbahner konnten nur bei ausgewählten Geschäften einkaufen und mussten alle Waren in ein Buch eintragen lassen, dass sie bei der Zollkontrolle vorlegen mussten. Es ist aber nicht anzunehmen, dass sich alle auch an diese Vorschriften hielten…

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Auf der niederländischen Seite war seit dem Ersten Weltkrieg eine Sicherheitszone eingerichtet, die Auswärtige, auch Niederländer, nur mit einem Sonderausweis betreten durfte.

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Mitte der 20er Jahre wurden die Reisebestimmungen gelockert. Die allgemeine Ausweispflicht wurde aber beibehalten. Für längere Reisen in die Niederlande benötigte man einen Reisepass.

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Für die Einreise in den grenznahen Raum, der in den Niederlanden noch immer als Sperrzone galt, benötigten die deutschen Grenzbewohner einen „Grenzausweis für den Deutsch-niederländischen Grenzverkehr“.

Diese Regelungen galten bis zum 10. Mai 1940, dem Beginn des Deutschen Überfalls auf die Niederlande und der fast fünfjährigen Besetzung des Nachbarlandes.

 

Siehe auch die Beiträge

"Pässe und Patente"; "Ausweispflicht als Kriegsmaßnahme"; "Zwischen allen Staaten und Grenzen"

 



Datum/Zeitraum
0.0.1918 – 0.0.1940